Mitteilung der Handwerkskammer Südthüringen
In Anbetracht der bevorstehenden Sonderkonferenz der Energieminister von Bund und Ländern erklärt Mike Kämmer, Präsident der Handwerkskammer Südthüringen: „Bei der aktuellen energiepolitischen Situation ist es richtig und geboten, das Augenmerk auf die Auswirkungen des Energiepreisgefüges für die Bürgerinnen und Bürger zu legen.
Doch ich möchte davor warnen zu vergessen, dass auch die Wirtschaftsakteure, insbesondere das Handwerk, unter enormem Druck stehen. Wir sprechen beim Südthüringer Handwerk von einem bedeutsamen ökonomischen Standbein, das aber unter gänzlich anderen Bedingungen als große Industriebetriebe wirtschaftet.“
Hier wirken sich die enormen Preisverschiebungen unmittelbar auf die Unternehmen aus, wie Präsident Kämmer darlegt: „Das Handwerk im ländlichen Raum hat jeden Tag lange Fahrtwege zu seinen Kunden. Es ist damit besonders stark von den steigenden Treibstoffpreisen in Folge des Kriegs im Iran betroffen.
Sollte die Krise nicht schnell gelöst werden, ist eine gezielte und unbürokratische Entlastung der kleinen und mittelständischen Betriebe erforderlich. Unseren Unternehmen muss ein auskömmliches Wirtschaften ermöglicht werden, um erschwingliche Handwerksleistungen in der Fläche zu erhalten.“
Schnelle, unbürokratische Lösungen
„Das Handwerk in der Region ist stark von Branchen geprägt, die auf Mobilität angewiesen sind, so etwa vom Bauhandwerk“, so Kämmer weiter. Höhere Betriebskosten schmälerten gerade bei den zahlreichen kleineren Personengesellschaften mittelbar den Betriebsgewinn, der identisch zum Lohn der Handwerker sei.
„Entweder zahlt der Handwerker einen Großteil der höheren Benzinpreise am Ende aus eigener Tasche oder er ist gezwungen, höhere Preise von seinen Kunden zu verlangen. In diesen wirtschaftlich angespannten Zeiten ist das kaum umsetzbar“, mahnt Mike Kämmer.
„Um die drohende Inflationsspirale zu durchbrechen, muss gezielt und unbürokratisch gehandelt werden“, so das Fazit des Präsidenten. So hätten etwa eine vorübergehende Erhöhung des Gewerbesteuerfreibetrags oder eine zeitweise Senkung der Kfz-Steuer das Potential, gerade kleine Personengesellschaften in dieser Krise merklich zu entlasten, ohne dass dabei zusätzlicher Antrags- und Nachweisaufwand entstünde.
„Auf diesem Weg ließe sich auch ein Teil des vor Jahren angekündigten Ausgleichs für die CO2-Bepreisung erbringen“, so Mike Kämmer. Er appelliert an die Ministerkonferenz: „Die besonderen Belange des Handwerks müssen am Freitag auf der Tagesordnung stehen!“


